Recyclinganlage Althengstett:
Wald
im Langenlöchle in
Gefahr
Ja zum Recycling – nein zum Standort im Langenlöchle (Wald Schnaufer-Teich)
Inhaltsverzeichnis:
- Standortkarte
- Warum der Standort im Langenlöchle
problematisch ist
- Unsere Forderungen an Gemeinde und
Politik
- Was können Sie tun
- Aktivitätenliste
- Ziel der Bürgerinitiative
- Anschreiben an H. Klahm
- Ökosystem Langenlöchle

Die Firma Morof plant in Althengstett eine großflächige Sekundärrohstoff‑Recyclinganlage mit rund 50 Arbeitsplätzen, Millioneninvestitionen und CO₂‑Einsparung. Das klingt sinnvoll, doch der geplante Standort im sensiblen Waldgebiet "Im Langenlöchle" bedroht ein wertvolles Naturparadies mit mehreren Tümpeln und einem einzigartigen Biotopverbund.
Warum der Standort im Langenlöchle problematisch ist
Direkt hinter dem Schnaufer‑Teich sollen für die Recyclinganlage etwa 3,5 Hektar Wald gerodet werden, obwohl sich dort ein empfindlicher Feuchtlebensraum befindet. Die Fläche verbindet fünf Tümpel – drei im Norden und zwei im Süden – und ist wichtiger Lebensraum für Amphibien, Reptilien und Vögel fast das ganze Jahr über.
Schon beim Bau des Gewerbegebiets Unteres Ried wurde viel Natur zerstört, jetzt droht im Langenlöchle weiterer Verlust von Artenvielfalt und Naherholung. Das Gebiet prägt die Gemeinde Althengstett und ist als Rückzugsraum in Zeiten des Klimawandels besonders schützenswert.
Wir befürworten die Recyclinganlage – aber nicht an diesem Standort
Die Bürgerinitiative Langenlöchle, Bürgerinnen und Bürger aus Althengstett sowie Mitglieder von BUND und NABU unterstützen ausdrücklich die Idee einer regionalen Recyclinganlage. Eine moderne Kreislaufwirtschaft ist wichtig, um Ressourcen zu schonen und CO₂ zu reduzieren.
Doch Nachhaltigkeit darf nicht auf Kosten eines sensiblen Waldbiotops gehen, wenn weniger konfliktträchtige Alternativen verfügbar sind. Deshalb sagen wir Ja zum Recycling, aber Nein zum Standort im Langenlöchle, solange es keine Überprüfung von möglichen Alternativstandorten gibt.


Unsere Forderungen an Gemeinde und Politik
1. Offene Prüfung alternativer Standorte
Wir fordern eine transparente, ergebnisoffene Prüfung aller möglichen Standorte für die Recyclinganlage in Althengstett. Dazu gehören auch bereits vorhandene Gewerbeflächen und weniger sensible Areale außerhalb des Biotopverbunds.
2. Schutz von Wald, Tümpeln und Biotopverbund
Der bestehende Wald mit seinen fünf Tümpeln bildet einen zusammenhängenden Feuchtlebensraum, der für Artenvielfalt, Klimaschutz und Naherholung unverzichtbar ist. Rodung und Versiegelung würden diesen Biotopverbund dauerhaft zerstören und die ökologische Stabilität der Region schwächen.
3. Echte Bürgerbeteiligung in Althengstett
Die Bürgerinnen und Bürger müssen frühzeitig und umfassend über Planung und Auswirkungen der Recyclinganlage informiert werden. Gemeinderatssitzungen, Informationsveranstaltungen und transparente Unterlagen sind entscheidend, damit eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen werden kann.
So können Sie den Wald im Langenlöchle retten
- Besuchen Sie die Gemeinderatssitzung in Althengstett, stellen Sie dort Fragen
- Informieren Sie Freunde, Nachbarn
und Kolleginnen über die Bedeutung des Langenlöchle‑Waldes und
teilen Sie unsere
Beiträge auf Instagram."langenloechle"
Aktivitätenliste zur geplanten Recyclinganlage in Althengstett
- Nov. 2025 : Vorstellung des Projektes im Gemeinderat (WSA)
- Dez. 2025: Artikel im Schwarzwälder-Boten
- Jan. 2026: Fa. Morof informiert die Naturschutzverbände, Erstellen eines Fragenkataloges durch NABU/LNV/BUND
- Febr. 2026: Pressemitteilung Fa. Morof, siehe Artikel Schwarzwälder Bote
- März 2026: Start Gurtachten aus ökologischerer Sicht, die Fa Morof hat hierzu die Fa. Gförer beauftragt
- 21.03.2026: Gründung der Bürgerinitiative Langenlöchle
- 22.03.2026: Instagram "langenloechle"
- 25.03.2026: Skizze Wald Langenlöchle mit geplanter WSA-Anlage hinzu
- 25.03.2026: Schreiben an H. Klahm
- 31.03.2026: Start der Aufzählung von betroffenen Tierarten, "WG-Langenlöchle"
Ziel der Bürgerinitiative
Die Bürgerinitiative Langenlöchle
steht für eine lebenswerte Zukunft und den verantwortungsvollen Umgang
mit unserer Natur. Wir erkennen die Bedeutung nachhaltiger Verwertung
und unterstützen grundsätzlich das Anliegen einer regionalen
Recycling-Sekundäranlage – doch nicht um jeden Preis.
Das
Langenlöchle ist kein beliebiges Stück Land. Es ist ein einzigartiger
Lebensraum, Teil eines empfindlichen Feuchtbiotopverbundes und damit ein
unverzichtbares Rückzugsgebiet für Artenvielfalt in Zeiten des
Klimawandels. Dieses Gebiet ist ein wertvolles Stück Heimat, das unsere
Gemeinde prägt und schützt – und das Schutz verdient.
Wir
fordern, dass mögliche Alternativen offen, ehrlich und ohne
Vorfestlegung geprüft werden. Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht
über den langfristigen Erhalt unserer Natur gestellt werden. Wer heute
Verantwortung übernimmt, sichert Lebensqualität und ökologische
Stabilität auch für kommende Generationen.
Geplant ist ein Recyclingwerk in Althengstett , ein klares " Muß für die
Region". Die Standortauswahl sollte jedoch mit Alternativstandorten
gepürft werden.
Anschreiben an Herrn Klahm, 25.03.2026:
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und
Herren des Gemeinderats,
zunächst möchten wir betonen: Die Bürgerinitiative Langenlöchle erkennt den Nutzen einer modernen Sekundärrohstoffanlage ausdrücklich an – für Klimaschutz, Ressourcenschonung und Arbeitsplätze. Unsere Kritik richtet sich nicht gegen Recycling, sondern gegen den konkret gewählten Standort im Langenlöchle.
Das betroffene Gebiet ist Teil eines gewachsenen Biotopverbunds mit mehreren Teichen und der dazwischenliegenden Waldfläche als wichtiger Landbrücke für Amphibien und andere Arten. Bundes- und Landesrecht verpflichten uns hier eindeutig: § 21 Bundesnaturschutzgesetz und § 22 Naturschutzgesetz Baden‑Württemberg schreiben vor, dass Kernflächen und Verbindungselemente des Biotopverbunds zu sichern und bei allen Planungen verbindlich zu berücksichtigen sind. Wenn selbst erfahrene Gutachter dieses Gebiet als besonders wertvolles Biotop einstufen, dürfen wir einen solchen Standort nicht leichtfertig opfern. Die Rücksprache mit den Gutachtern welche die Fa. Morof beauftragt hat (Fa. Gförer) hat diesen Eindruck bestätigt.
Hinzu kommt: Die Gemeinde hat seit Jahren den Auftrag, den landesweiten Biotopverbund in der eigenen Planung konkret umzusetzen. Eine großflächige Rodung von rund 3,5 Hektar genau in der ökologisch sensiblen Landbrücke zwischen den Teichen wirft deshalb nicht nur fachliche, sondern auch rechtliche Fragen auf – insbesondere, ob Vermeidung und Alternativenprüfung im Sinne der Eingriffsregelung ausreichend geprüft wurden.
Wir bitten Sie deshalb heute nicht um eine Entscheidung "pro oder contra Recycling", sondern um einen rechtssicheren, verantwortungsvollen Weg: Setzen Sie das Vorhaben am Standort Langenlöchle aus, veranlassen Sie eine ergebnisoffene Prüfung alternativer, weniger sensibler Standorte im Gemeindegebiet und stellen Sie sicher, dass die Öffentlichkeit und die Naturschutzverbände frühzeitig und transparent beteiligt werden.
So schützen Sie nicht nur ein wertvolles Biotop, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Gemeinde und die rechtliche Stabilität Ihrer Entscheidung.
Danke.
Ökosystem Langenlöchle, genauer betrachtet
(mehr Information, siehe Instagramm "langenloechle")
Wir entdecken rund um die sieben Tümpel und den dazwischenliegenden Wald ca. 80 Tierarten: Vögel, Schmetterlinge, Bienen, farbenprächtige Libellen und zahlreiche Insekten. All diese Tiere tragen zum Ökosystem Langenlöchle und darüber hinaus bei. Zwar gehören keine der Arten unmittelbar dem Aussterben an, dennoch finden sich seltene und schützenswerte Arten darunter. Jeder sollte prüfen, inwieweit der Erhalt dieser Tiere bei der Entscheidungsfindung und Prüfung von Alternativen eine Rolle spielen soll. In Folgenden, wie auch auf Instagram, stellen wir einige dieser Tiere vor.