Leitgedanke unserer BUND-Ortsgruppe
Althengstett/Gechingen/Ostelsheim/Simmozheim
"Zu einem guten Leben gehört die Natur dazu"
Wir wollen der regionalen Natur eine Stimme geben.
Transparenz und das Einhalten der Naturschutzgesetze sind uns wichtig
Kontakt: bund-althengstett@freenet.de
Bürgerinitiative Langenlöchle
Offener Brief an den Gemeinderat Althengstett
Betreff: Geplanter Sekundärrecycling-Standort im Waldgebiet Langenlöchle –
Bitte um faktenbasierte Prüfung
Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Klahm,
die Gemeinderatssitzung vom 22.07.2026 zum geplanten Sekundärrecycling-Standort im Waldgebiet Langenlöchle hat aus unserer Sicht zentrale Fragen offengelassen. Zwar liegen einige Antworten erst in der Zukunft; dennoch sind diese Fragen relevant, um eine Standortentscheidung sowie die Prüfung von Alternativstandorten fundiert zu beeinflussen.
Im Namen der Bürgerinitiative, von NABU, BUND und LNV sowie der 470 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Petition bitten wir um eine transparente, sachliche und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage.
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Der Gemeinderat ist nach § 24 GemO das Hauptorgan der Gemeinde, trifft Grundsatzentscheidungen und nimmt eine Kontrollfunktion gegenüber der Verwaltung wahr.
Zentrale Fragen
1. Wirtschaftlichkeit und Gewerbesteuer
- In welcher Größenordnung ist durch diese Ansiedlung von Gewerbe mit Gewerbesteuer für Althengstett zu rechnen?
- Wurde geprüft, ob die Gewerbesteuer alternativ im Industriepark Lindenrain gesichert werden kann? (siehe auch Vorgehensweise Gechingen) Könnte Althengstett nicht auch ein weiterer Partner im Gewerbegebiet Lindenrain werden?
- Welche Standortalternativen wurden wirtschaftlich verglichen? U.a. Energieversorgung, Straßenanbindung/Logistik, Gewerbesteuer, Standortzusatzaufwand oder -minderaufwand,
2. Verkehr, Infrastruktur und Arbeitsplätze
- Welche zusätzlichen Verkehrsbelastungen entstehen bei rund 50 Lkw-Fahrten täglich? Ist ein Verkehrsgutachten in Planung welche die Auswirkungen für die B 295, den Zubringer zum Werk und für die Ansiedling, vor allem für die Rushhour betrachtet?
- Wie sollen bestehende Engpässe, insbesondere an der Bundesstraße B295, entlastet werden, z,B. Kreisel, Ampel?
- Wie viele Arbeitsplätze entstehen konkret in der WSA? Wo werden die 50 angekündigten Arbeitsplätze entstehen?
- Wieviele Arbeitsplätze hat derzeit das Unternehmen Morof in Althengstett? Gibt es tatsächliche lokale Beschäftigungseffekte durch das geplante Projekt WSA für Althengstett?
3. Wasser- und Energieversorgung
- Sind Wasser- und Strombedarf realistisch abgesichert? Welchen Wasser- und Strombedarf hat das Industriegebiet Unterer Ried? Wie soll sich der Wasser und Strombedarf der Ansiedlung in 1, 2, 5 bis 10 Jahren entwickeln?
- Reichen Auffangbecken, Solaranlagen und weitere geplante Maßnahmen aus, so wie in der Präsentation suggeriert wurde?
- Ist die geplante Flüssigboden Anlage mit der vorgesehenen Wasserversorgung leistbar? Welche max. / min. Szenarien gibt es dabei? Was passiert, wenn das in Zisternen gespeicherte Wasser verbraucht ist? Wird dann über die öffentliche Wasserversorgung das Wasser bezogen? Wie hoch ist die derzeitige Menge über das Jahr gerechnet? Gibt es monatliche Statistiken über einen längeren Zeitraum?
- Zusammenfassung Wasser- und Energie: Wie sicher ist die Versorgung der neuen Anlage langfristig?
4. Alternativstandorte
- Welche
Standorte innerhalb der Gemarkung wurden konkret geprüft?
Welches waren die Auswahlkriterien?
Wie schnitten diese Standorte im Vergleich ab? - Warum wurden bestimmte Flächen ausgeschlossen?
- Warum hat man die WSA im Industriepark Lindenrain abgelehnt? Sind die Argumente heute noch zutreffend?
- Wäre ein erneutes Gespräch bezüglich Industriepark Lindenrain mit aktuellen Daten unter Einbezug des Gemeinderats sinnvoll?
5. Waldschutz und Klimawandel
- Ist es unter den Bedingungen des Klimawandels vertretbar, Waldflächen für das Projekt in Anspruch zu nehmen? Angesichts zunehmender Klima- und Wetterextreme gilt es abzuwägen, welche Rolle der Rohstoffrecycling-Verwertung dieser Fläche zukommt — insbesondere bei der Nutzung eines Nasswaldes mit einer Vernetzungsfläche von sieben Biotopen.
- Wurden alternative Nutzungen oder Standorte ausreichend geprüft? Welches Prüfverfahren wurde angewendet? Z.B: Multi-Kriterien-Entscheidungsverfahren (MCDA)/Kosten-Nutzen-Analysen mit Lebenszykluskosten, Ökologische und regulatorische Bewertungen
Unsere Erwartung
Wir regen an,
- eine faktenbasierte Alternativenübersicht vorzulegen,
- die aktuellen Unterlagen und Daten offen darzustellen,



