Die BUND-Ortsgruppe Althengstett
und Umgebung

beinhaltet die Gemarkungen:
Althengstett (Neuhengstett, Ottenbronn)/Gechingen/Ostelsheim und Simmozheim

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Wir vertreten BUND-Themen und regionale umweltorientierte Aspekte.
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Aktuelles Thema: 

Streuobstwiese Ottenbronn:

Das Wiesle bleibt erhalten - Reiche Ernte nach der jährlichen Mahd

01.10.2022 - Vor 33 Jahren pachtete der BUND Nordschwarzwald einen Wiesenstreifen auf der Gemarkung Ottenbronn. Eine große Tafel steht am Wegesrand und erklärt den Lebensraum Streuobstwiese.

Karin Buob erinnert sich noch genau daran wie Anfang April 1990 zusammen mit 14 Familien insgesamt 36 für die Region besonders typische Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Zwetschgenbäume gepflanzt wurden.

Seither kümmerte sich jeder um seine Bäume. Die meisten davon sind mittlerweile groß geworden. Besonders die Apfelbäume hängen, trotz des trockenen und heißen Sommers, brechend voll.

So freut man sich besonders für die Umweltschutzarbeit auch noch etwas belohnt zu werden. Einiges wird wohl für die kalte Jahreszeit eingelagert, der Rest wird dann Apfelsaft werden.

Das Pflegepersonal der Streuobstwiese hat sich wie jedes Jahr für die jährliche Mahd eingefunden. Die Arbeit mit dem Rechen und der Heugabel läuft den 12 Freiwilligen nach so vielen Jahren immer noch gut von der Hand. Am Balkenmäher schneiden der Forstwissenschaftsstudent Andre Pilarski und Raphael Buob das Gras zwischen den Bäumen und so ist Maschinist Oswald Flik froh, dass diese harte Arbeit nun jüngere Hände übernommen haben. Zwei Arbeitstage hat es früher gebraucht die 5a große Wiese zu mähen und das Gras zu wenden. Wie abhängig man dann doch vom Wetter ist, musste man dieses Jahr bitter erfahren, als die geplanten Termine im Spätsommer wegen Gewittern mehrfach verschoben wurden und so wurde es halt Anfang Oktober. Wenn es sehr gut läuft, kann eigentlich ein ortsansässiger Bauer noch 4-5 große Heuballen daraus für sein Vieh machen.

Viele Jahre lang wurden Streuobstwiesen abgeholzt für Ackerland, Straßen und Neubaugebiete. Patrick Maier vom BUND Nordschwarzwald erklärt, dass die Streuobstwiesen inzwischen unter besonderem Schutz stehen, da sie durch die extensive Bewirtschaftung etwa 3000 bis 5000 verschiedenen Arten Rückzugsorte geben. Dadurch sind sie besonders wertvoll als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Er vergleicht die Natur anhand eines Beispiels mit einem dicht gewebten Stofftuch mit vielen kleinen Knoten. Stirbt hier eine Art aus, dann ist das wie ein Knoten der heraus geschnitten wird. Das fatale daran ist, dass man lange nicht sieht wie schlimm es wirklich ist, bis es plötzlich kippt wie ein überdüngter See.

Hier in Ottenbronn ist es eine Magerwiese, welche durch spätes Mähen, nach Aussamen der Blumen und in erster Linie durch das Abräumen des Mähgutes entstanden ist. Auf Düngen wird konsequent verzichtet. Über 50 Jahre war der Anfang 2022 verstorbene ehemalige Biologielehrer Einhard Buob Mitglied und lange Jahre Vorstand beim BUND und insbesondere als Ornithologe ein sehr gefragter Experte. Ein kleiner Ordner aus seinem umfangreichen Archiv wird von seinem Sohn Raphael präsentiert und zeigt die einzigartige Flora und Fauna auf, die sich inzwischen auf der Wiese eingefunden hat: Moschusmalve, das Johanniskraut, den Hornklee und viele weitere typische Magerrasenblumen findet man jetzt als Vertreter der Magerrasenflora. Ein ganz besonderes Highlight war der sehr seltene Vogel Wendehals, der mehrere Jahre in einem der vielen Nistkästen auf der BUND-Wiese gebrütet hat.

Das Schneiden der Bäume ist für eine Obstbaumwiese enorm wichtig. Es sei nicht ganz einfach und setzt ein gewisses Fachwissen voraus, doch davon mehr an anderer Stelle.

Man muss dabei jeden Baum nur etwa alle drei Jahre schneiden. Einhard hatte das fast 30 Jahre lang gemacht doch die letzten zwei Winter hat Raphael das für seinen Vater übernommen. Wenn er sich ran hält, dann rechnet er mit zweieinhalb Stunden pro Baum, also 10 Bäume und etwa 25 Arbeitsstunden.

Rein schnuppern in die Naturschutzarbeit ist bei den BUND-Gruppen laut Vorstand Armin Winterstein ganz einfach und man kann hier jederzeit sofort im persönlichen Umfeld anfangen.


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